Montag, 25. Februar 2013

1. Zuneigung

 Texterklärung Besprechung Absatz für Absatz
Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch’ ich wohl euch diesmal fest zu halten?
Fühl’ ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?

Die schwankenden Gestalten die einen trüben Blick haben: So sieht Goehte die Menschen die seine Vorstellungen besuchen. Sie haben keinen klaren Blick und stehen nicht fest mit beiden Beinen auf der Erde. Auch von jenem Wahn ist die Rede in seinem Herzen.
Schwenkende Gestalten=Vision jugendlicher Erinnerugen die zum gealterten lyrischen Ich von Goehte streben

Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Zauberhauch der euren Zug umwittert.

Goethe ist aufgeregt, fragt sich wie das Stück wohl bei dem Publikum ankommen wird.
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert Busen meint hierbei nicht den weiblichen Busen sondern seine Brust und mit erschüttert meint er, dass er aufgeregt ist


Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
10
Und manche liebe Schatten steigen auf;
Gleich einer alten, halbverklungnen Sage,
Kommt erste Lieb’ und Freundschaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage
Des Lebens labyrinthisch irren Lauf,
liebe Schatten ist ein Gegensatz, da Schatten für das Dunkle in uns steht. Hier kommt der leicht melancholische Tonfall zum Tragen, er reflektiert über das Leben ( das sich ja auch im Faust nachher dem Leser offenbart)
alten, halbverklungenen Sage das hat etwas mystisches etwas trauiges aber auch etwas das dem Ganzen Wichtigkeit verleiht
Des Lebens labyrinthischen irren Lauf : also wie verrückt und verworren das Leben manchmal ist und verläuft ( das sieht man ja an Faust und Gretchen und den anderen Personen am aller besten)
Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden
Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggeschwunden.
[6] Sie hören nicht die folgenden Gesänge,
Die Seelen, denen ich die ersten sang,
Zerstoben ist das freundliche Gedränge,
20
Verklungen ach! der erste Wiederklang.
Mein Lied[1] ertönt der unbekannten Menge,
Ihr Beyfall selbst macht meinem Herzen bang,
Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet,
Wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet.

Er hat ANGST vor dem Publikum, der Beifall macht sein Herz bang ( Bang= ängstlich ) Beyfall= Beifall
Verklungen ach.. hat wieder einen traurigen Unterton
der unbekannte Menge: Anonyme Masse von Menschen, das ist ihm nicht geheuer


25
Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
Nach jenem stillen, ernsten Geisterreich,
Es schwebet nun, in unbestimmten Tönen,
Mein lispelnd Lied, der Aeolsharfe gleich,
Ein Schauer faßt mich, Thräne folgt den Thränen,
30
Das strenge Herz es fühlt sich mild und weich;
Was ich besitze seh’ ich wie im weiten,
Und was verschwand wird mir zu Wirklichkeiten



-->
Funktion

Die Zuneigung hat die Funktion den Zuschauer des Stückes auf die kommenden Ereignisse vorzubereiten und auf die kommendenn Stücke hinzuleiten. Sie bildet den Rahmen in dem sich das Spätere abbildet. Sie bildet die einen Vorspann für das was kommt. Nach diesem Teil stellt Goethe noch weitere Teile dem Stück vorran.

Viele sehen in diesem Teil eine Reflexion von Goethe auf sein Stück und auf sein  Publikum.
Anspreache an alle die sich mit der Dichtung verbunden fühlen.
Er hat vor dem anonymen Publikum ein ungutes Gefühl
Die Erinnerungen in Goehte erzeugen Lust und Schmerz zugleich

Dieses Stück des Faust gehört nicht zur Handlung und wird nicht bei jeder Aufführung gespielt

Die Sprache dieses Absatz
Das Stück ist in Form einer Stanze verfasst. Diese Gedichtform stammt ursprünglich aus Italien ( Goethe ist selbst nach Italien gereist. Es handelt sich hierbei um einen fünfhebigen Jambus.
acht elfsilbige Verse mit
dem Reimschema abababcc

1-8 sind die Verse
  1. Ihr na-ht euch wie-der, schwanken-de Ge-stal-ten! a
  2. Die früh sich einst dem trü-ben Blick ge-zeigt. b
  3. Ver-such’ ich wohl euch die-smal fest zu hal-ten?m a
  4. Fühl’ ich mein Herz noch je-nem Wahn ge-neigt? b
  5. Ihr drän-gt euch zu! nun gut, so mögt ihr wal-ten,a
  6. Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt; b
  7. Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert  c
  8. Vom Zauberhauch der euren Zug umwittert.  c


Noch einmal der Text unzerstückelt und in voller Länge:
Wer mag findet die volle]Lektüre hier
Zueignung.

Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch’ ich wohl euch diesmal fest zu halten?
Fühl’ ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
5
Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Zauberhauch der euren Zug umwittert.

Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
10
Und manche liebe Schatten steigen auf;
Gleich einer alten, halbverklungnen Sage,
Kommt erste Lieb’ und Freundschaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage
Des Lebens labyrinthisch irren Lauf,
15
Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden
Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggeschwunden.
[6] Sie hören nicht die folgenden Gesänge,
Die Seelen, denen ich die ersten sang,
Zerstoben ist das freundliche Gedränge,
20
Verklungen ach! der erste Wiederklang.
Mein Lied[1] ertönt der unbekannten Menge,
Ihr Beyfall selbst macht meinem Herzen bang,
Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet,
Wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet.

25
Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
Nach jenem stillen, ernsten Geisterreich,
Es schwebet nun, in unbestimmten Tönen,
Mein lispelnd Lied, der Aeolsharfe gleich,
Ein Schauer faßt mich, Thräne folgt den Thränen,
30
Das strenge Herz es fühlt sich mild und weich;
Was ich besitze seh’ ich wie im weiten,
Und was verschwand wird mir zu Wirklichkeiten

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