Freitag, 26. April 2013

Madrigalverse

Madrigalverse

stammen aus der italienischenn Literatur des 17 Jhd. er ist bis heute bekannt und beliebt. Er hat eine alternierende Hebungszahl ud ist unregelmäßig gereimt mit reimlosen Versen
Der Faustvers ist eine jambische Unterart der Madrigalverse,  
Er hat ein freies Versmaß und ist auch in der Musik beliebt
Besonders lernt die Weiber führen;
Es ist ihr ewig Weh und Ach
So tausendfach
Aus einem Punkte zu kurieren, 

öfters jambisch, also mit Auftakt, 
es einget sich nicht für Dichtung in Strophen, mann kann nnnur eine Gliederungn in Abschnitte vornehmen

Ha! welche Wonne fließt in diesem Blick

Auf einmal mir durch alle meine Sinnen!
Ich fühle junges, heil’ges Lebensglück
Neuglühend mir durch Nerv’ und Adern rinnen.
War es ein Gott, der diese Zeichen schrieb?
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Die mir das innre Toben stillen,
Das arme Herz mit Freude füllen,
Und mit geheimnißvollem Trieb,
Die Kräfte der Natur rings um mich her enthüllen.
Bin ich ein Gott? Mir wird so licht!
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Ich schau’ in diesen reinen Zügen
Die wirkende Natur vor meiner Seele liegen.
Jetzt erst erkenn’ ich was der Weise spricht:
„Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;
Dein Sinn ist zu, dein Herz ist todt!
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      Ich grüße dich, du einzige Phiole!

Die ich mit Andacht nun herunterhole,
In dir verehr’ ich Menschenwitz und Kunst.
Du Inbegriff der holden Schlummersäfte,
Du Auszug aller tödlich feinen Kräfte,
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Erweise deinem Meister deine Gunst!
Ich sehe dich, es wird der Schmerz gelindert,
Ich fasse dich, das Streben wird gemindert,
Des Geistes Fluthstrom ebbet nach und nach.
Ins hohe Meer werd’ ich hinausgewiesen,
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Die Spiegelfluth erglänzt zu meinen Füßen,
Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag.

     Ein Feuerwagen schwebt, auf leichten Schwingen,
An mich heran! Ich fühle mich bereit
Auf neuer Bahn den Aether zu durchdringen,
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Zu neuen Sphären reiner Thätigkeit.
Dieß hohe Leben, diese Götterwonne!
Du, erst noch Wurm, und die verdienest du?
Ja, kehre nur der holden Erdensonne
Entschlossen deinen Rücken zu!
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Vermesse dich, die Pforten aufzureißen,
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Vor denen jeder gern vorüber schleicht.
Hier ist es Zeit, durch Thaten zu beweisen,
Daß Mannes-Würde nicht der Götterhöhe weicht,
Vor jener dunkeln Höhle nicht zu beben,
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In der sich Phantasie zu eigner Quaal verdammt,
Nach jenem Durchgang hinzustreben,
Um dessen engen Mund die ganze Hölle flammt;
Zu diesem Schritt sich heiter zu entschließen
Und, wär’ es mit Gefahr, ins Nichts dahin zu fließen.

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     Nun komm herab, krystallne reine Schaale!
Hervor aus deinem alten Futterale,
An die ich viele Jahre nicht gedacht.
Du glänztest bey der Väter Freudenfeste,
Erheitertest die ernsten Gäste,
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Wenn einer dich dem andern zugebracht.
Der vielen Bilder künstlich reiche Pracht,
Des Trinkers Pflicht, sie reimweis zu erklären,
Auf Einen Zug die Höhlung auszuleeren,
Erinnert mich an manche Jugend-Nacht,
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Ich werde jetzt dich keinem Nachbar reichen,
Ich werde meinen Witz an deiner Kunst nicht zeigen,
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Hier ist ein Saft, der eilig trunken macht:
Mit brauner Flut erfüllt er deine Höhle.
Den ich bereitet, den ich wähle,
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Der letzte Trunk sey nun, mit ganzer Seele,
Als festlich hoher Gruß, dem Morgen zugebracht!
auch Vorspiel auf dem Theater Dirketor und lustige Person Dialog
Im Barock waren  die Madrigalverse sehr beliebt als Imitaltion italMadirgale
Faust enthält meist fünfhebige Madrigalverse, es sind aber auch 2 und 6 hebige Madrigale enhalten. Die Versform  und Reimbehanldung ist ja beim Madrigalvers frei.
Es handelt sich um einen in der Regel fünf- oder viertaktigen Vers, von Goethe überwiegend jambisch gebraucht, mit allem Möglichkeiten zur freien Taktfüllung und der Erweiterung und REduzierung der Taktzahl. "Charakteristisch für den traditionellen Madrigalvers ist die MÖglichkeit, die verschiedenen antiken Füße, vor allem den Daktylus, Trochäus und Jambus von einer Stanze zur anderen zu wechseln. Dieser Wechsel findet bei Goethe oft in einer einzigen Zeile statt, was die häufige Verschiebung der dynamischen Akzente bewirkt. Dies kommt besonders bei der Darstelung seelischer Erregung oder schwankender Gefühlszustände zustatten, wobei die Verszeilen von den verschiedener Länge gute Gelegenheit für besondere Effekte bieten. Winkler S 13" Aus Kobligk, Helmut: Faust I, Diesterweg , Frankfurt am Main, 1997, 19. Auflage dieser zitiert aus  Winkler, Michael: Zur Bedeutung der verschiedenen Verßmaßee von Faust I , in Symposium, Band 18, Seite 5-21

Carl Ziegler schrieb ein Werk über die Verse: Von den Madrigalen
im französischen Raum kennt man sie unter vers liebres bei Moliere und La Fontaine

Trutz sieht im Madigalvers einen flüssigen, unbefangenen und pointierten Ton (S: 485). "Er ist ein Vers, dem das Lässige und Rationale, das Plaudernde und Buwußte des 18. Jahrhunderts anhaftet, die Fähigkeit zur Pointe und Weitläufigkeit." Trutz, Erich: Anmerkung des Herausgebers zu Goethes Faust. in : Goehtes Werke, Hambuger Ausgabe Band 3 5. Auflage Hamburg 1960

Der Madrigalvers geht häufig in den Knittelvers über.

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